BFFA09 Can’t be Silent | von Julia Oelkers – DVD-Release am 16. Mai

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Shownotes

Webseite zum Film mit Trailer
Die DVD zum (Vor)Bestellen auf der Seite des Labels good!movies
aSta-Publikation mit Bericht über die Besetzung des Mathe-Gebäudes der TU 1991 auf Seite 14 (pdf)
“Viele habe ich erkannt”, Film von Julia, zu bestellen bei autofocus Videowerkstatt
„Es ist auch meine Geschichte“, Film von Julia, zu bestellen bei Aktion Sühnezeichen
Das Label Traumton, bei dem die Musik-CD von Strom & Wasser Featuring the Refugees erschien.
Ein erster Trailer, in dem die Roma-Musiker dabei sind
Neue Visionen, Filmverleih
Der zweite Trailer, für die Crowdfunding-Kampagne
Filmfest Emden
Video “I love you my Country” von Hossain (MC Trelos) und Meisam (youtube)
Videos von MC Nuri bei youtube: “Wenn du gefangen bist ..”, AsylbLG – MC Nuri auf der Break Isolation Demo 

 

Schnee von gestern

Viele junge Israelis leben in Berlin. Sie machen die Erfahrung dort zu leben, wo ihre Vorfahren in Nazideutschland umkamen und wohin viele Überlebende keinen Schritt setzen würden. Auch Yael Reuveny hat eine Familiengeschichte voller Leid und Trauer. Als Filmemacherin Anfang 30 ist sie auf den Spuren ihrer eigenen Familie – und einer Geschichte, von der sie bis vor Kurzem nichts wusste. Schnee von gestern von Yael Reuveny
Yael hörte von ihrer 2001 verstorbenen Großmutter immer wieder den schicksalhaften Bericht eines verpassten Treffens mit ihrem Bruder. Die Geschwister aus Wilna hatten den Holocaust überlebt und sich dennoch nie wieder gesehen. Beide glaubten, der andere sei tot. Beide bauten sich ein Leben auf, mit Lebenspartnern, Kindern und Enkeln. Yael kannte bis vor einigen Jahren nur den Teil der Familie in Israel. Dann kam ein Brief aus der Nähe von Cottbus… Weiterlesen

BFFA08 Schnee von gestern | von Yael Reuveny – Kinostart am 10. April

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Shownotes

Schnee von gestern – Trailer (Youtube)
Schnee von gestern – Facebookseite
Ausführliche Infos bei Film Kino Text (Verleih und Marketing)
Tales of the Defeated, Kurzfilm (2009)

Schlieben (Wikipdia)
Petah_Tikva
(Wikipdia)
Kuratorium junger deutscher Film
Stiftung Zurückgeben
IDFA Academy
Greenhouse Program for emerging documentary filmmakers from the Southern Mediterranean

“Farewell Herr Schwarz” beim Haifa International Film Festival 2013
Deutsche Premiere beim DOK Leipzig 2013
Frauenfilmfestival Dortmund | Köln, 12.4. 2014
Jüdisches Filmfestival Berlin und Potsdam, 31.3. und 9.4. 2014
Filmfest Schleswig-Holstein, Eröffnungsfilm am 27.3. 2014

Update: Meine Filmrezension beim Kinokalender ist online.

Verbotene Filme

In Deutschland darf Adolf Hitlers “Mein Kampf“ nicht erscheinen – selbst eine historisch-kritische Neuausgabe mit Erläuterungen wird derzeit politisch verhindert. Wie “gefährlich“ oder “verführerisch“ sind dann erst die Propagandafilme der Nazis, die ja bewusst gedreht wurden, um die Menschen mit Lügen und Volksverhetzung zu manipulieren? Verbotene Fime, Felix Moeller1200 Spielfilme wurden zwischen 1933 und 1945 produziert, sie folgten üblichen Genremustern, waren lustig, spannend und unterhaltsam und hatten daher ein Millionenpublikum. Die Alliierten verboten 300 davon als Propaganda, 40 sind es heute noch. Sie sind als „Vorbehaltsfilm“ deklariert und dürfen nur mit pädagogischer Einführung und Nachgespräch gezeigt werden. Solche Vorführungen sind selten und daher oft ausverkauft. Sollen die Filme verboten und ihre Vorführung eingeschränkt bleiben oder frei im Fernsehen gezeigt werden dürfen? Weiterlesen

Mein Filmjahr 2013 – eine Art Rückblick

So ein Jahr ist voll gestopft mit Filmen: Neben den normalen Starts – nie unter zehn, meist eher 15 pro Woche – geht es spätestens im Februar mit der Berlinale los und endet erst Ende November mit mehreren wichtigen Festivals in Wiesbaden und Lünen sowie Winterthur und Berlin für den Kurzfilm. Wenn dann am Ende eines Jahres etwas hängen geblieben ist, war ein Film wirklich bemerkenswert. Hier meine subjektive Auswahl.

"Ich fühl mich Disco" | Axel Ranisch

Im deutschen Film fallen wieder ein paar junge Filmemacher auf, die gerade ihre ersten langen Filme vorlegen – und was für welche! Axel Ranisch brachte letztes Jahr sein No-Budget-Debüt „Dicke Mädchen“ raus, nun folgte mit „Ich fühl mich Disco“ die Geschichte des pummeligen Flori, der sich mit seinem ehrgeizigen Vater arrangieren muss. Der erste Kuss (mit einem Jungen!) und viele Peinlichkeiten der Pubertät: Das ist urkomisch, traurig und voll überbordender Fantasie inclusive Schlagermusik und Tanzeinlagen. Eine grandiose Neuentdeckung liefert Ranisch mit seinem Hauptdarsteller Frithjof Gawenda gleich noch zusätzlich ab, Heiko Pinkowski ist mit Seehund-Schnauzer ebenfalls umwerfend. Von der gleichen Filmhochschule in Potsdam-Babelsberg kommt Aron Lehmann, der teilweise mit den selben Schauspielern seinen Abschlussfilm „Kohlhaas oder Die Verhältnismäßigkeit der Mittel“ realisierte. Die vielschichtige Betrachtung von Visionen und deren Scheitern ist nicht nur klug, sondern auch herrlich lustig und glänzt mit tollen Darstellern wie Robert Gwisdek und Jan Messutat.

Kohlhaas oder die Verhältnismäßigkeit der Mittel | Aron LehmannEine düstere Zukunftsvision in schwarz-weiß malt Linus de Paoli mit „Dr. Ketel“: Ein Mann, der mal Krankenpfleger war, versucht denjenigen Menschen im einschlägig bekannten Berliner Bezirk Neukölln zu helfen, die im Gesundheitssystem durch das Raster fallen und sich keine Behandlung leisten können. Dafür überfällt er Apotheken und nimmt ein Leben als gesuchter Krimineller in Kauf. Ketel Weber und Ermittlerin Amanda Plummer („Pulp Fiction“) spielen zwei starke Figuren, die der Geschichte am Ende Hoffnung und sogar Farbe verleihen.

„Silvi“ ist das Debüt von Nico Sommer, der die Geschichte einer Frau im fortgeschrittenen Alter erzählt, die sich nach der Trennung von ihrem Mann noch einmal aufrappelt. Auch wenn die Macken der Männer, an die sie durch eine Kontaktanzeige gerät, etwas redundant sind – die Leistung von Lina Wendel und ihre Leinwandpräsenz als Silvi sind bemerkenswert, außerdem beweist Sommer großes inszenatorisches Talent.

Aus dem deutschen Dokumentarfilmschaffen bleiben zwei Werke in Erinnerung: „Haus Tugendhat“ von Dieter Reifarth lässt das Publikum teilhaben an wunderbarer Architektur und gleichzeitig einer bewegten Familiengeschichte des letzten Jahrhunderts. Eins der wenigen Pressehefte, das nicht den Weg ins Altpapier nahm, da es wie ein sorgfältig gestalteter Architektur-Bildband daher kommt.

Haus Tugendhat | Dieter ReifarthJulia Oelkers „Can’t be Silent“ hingegen ist die mitreißende Geschichte einiger Musiker und ihrer Konzerttournee. Was deutschen und EU-Bürgerinnen und -Bürgern eine Selbstverständlichkeit ist, gerät für die porträtierten MusikerInnen zur Herausforderung: Sie sind Flüchtlinge und leben in deutschen Asylbewerberheimen. Da darf man nicht einfach mal so irgendwo hin fahren, um mit einer Band aufzutreten. Die tolle Musik hilft beim Zusehen stets nur kurz über die bedrückenden Auswirkungen der Asylpolitik in unserem Land hinweg, dennoch ist der Film voll Energie und Optimismus.

Can’t Be Silent | Julia Oelkers[Erschienen im gedruckten Kinokalender 12/2013 und hier]

Ich fühl mich Disco

„Ich hab nie behauptet, dass es leicht sein würde.“ Turmspringtrainer Hanno Herbst (Heiko Pinkowski) ist verwirrt. Sein dicker Sohn Flori (Frithjof Gawenda) interessiert sich so gar nicht für die Dinge, die Hanno wichtig findet: Sport oder motorisierte Fahrzeuge etwa. Flori tanzt lieber zu Schlagermusik durch die Wohnung oder liegt sinnierend mit seiner Mama auf dem Boden im Licht seiner Discokugel. Ich fühl mich Disco von Axe RanischAls Flori sich auch noch in einen Jungen verliebt und Mama plötzlich nicht mehr da ist, müssen Vater und Sohn miteinander auskommen. Sie bemühen sich redlich. Aber – es ist eben nicht so leicht. Der das zu Hanno sagte, ist der Schlagersänger Christian Steiffen, der den Film nicht nur mit seinen lebensweisen Liedern („Das Leben ist nicht immer nur / Pommes und Disco / Das sage ich dir / Manchmal ist das Leben einfach nur / eine Flasche Bier“) bereichert, sondern auch Hanno beratend zur Seite steht. Ebenso wie Rosa von Praunheim Weiterlesen

BFFA 07 Ich fühl mich Disco | von Axel Ranisch – Kinostart 31.10.!

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Shownotes

“Ich fühl mich Disco” Webseite mit Trailer
Axel über das Sehr gute Manifest
Axel über “Dicke Mädchen”
Heiko Pinkowski bei seiner Agentur
Rosa von Praunheim
Christian Steiffen
“Sexualverkehr”
von Christian Steiffen
Familienaufstellung in der Wikipedia
Coaching Frank Betzelt
“Werden Sie Deutscher” von Britt Beyer
Robert Alexander Baer bei seiner Agentur
Harold and Maude in der Wikipedia
Filmmesse an der HFF Potsdam
ZDF Kleines Fernsehspiel
Kordes & Kordes Filmproduktionsfirma
“Dicke Mädchen” in der Presse
Finn Ole Heinrich und seine Werke “Frerk, du Zwerg” und “Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt”
Kinderfilmfest Münster – “Reuber” wird am 21. und am 25.10. gezeigt.
Elena Kats-Chernin (myspace)

Ummah – Unter Freunden

Berlin-Neukölln, ein Bezirk zu dem es zahlreiche Assoziationen gibt: Deutsche mit Migrationshintergrund prägen dort das Bild, der Bezirk gilt als sozial schwierig, und man denkt bei dem Namen auch schnell an die „Kopftuchmädchen“ von Sarrazin oder den polemischen Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky und seine Ansichten zur Integrationspolitik. Alles Klischees? Ummah - Unter FreundenIst Berlin-Neukölln wirklich ein verlorener Bezirk, vielleicht sogar ein Hort islamistischer Terroristen? Ganz bewusst siedelt Cüneyt Kaya sein Regiedebüt „Ummah – Unter Freunden“ hier an. Er will mehr zeigen als Taliban, Kopftuchzwang und Jugendgewalt und nach eigenen Worten „eine realistische, kritische und auch humorvolle Perspektive“ gegenüber der muslimischen Kultur in Deutschland einnehmen. In vielen Szenen gelingt ihm das sogar gut, einige Male traut er sich aber zu wenig und auch seine Rahmengeschichte weist deutliche Schwächen auf.

Die ganze Kritik findet ihr hier bei filmstarts.de

Kinostart: 12.9. 2013

BFFA 06 Dr. Ketel | von Linus de Paoli – Kinostart 22.8.!

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Shownotes

“Dr. Ketel” – der Trailer
Ketel Weber bei der Agentur Das Imperium
“The Boy who wouldn’t Kill”  Kurzfilm von Linus de Paoli (aus dem Berlinale-Katalog) (pdf)
“The Boy who wouldn’t Kill” – der Trailer
Regisseur Linus de Paoli in in der IMDb
Produzentin und Autorin Anna de Paoli in der IMDb
dffb – Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin
Amanda Plummer in der iMDb
Amanda Plummer in “Pulp Fiction” (Korrektur zum Gesagten: Das Zitat ist von Tim Roth, sie selbst hat den Satz danach)

Update 14.5.2014: Die DVD erscheint am 23.5. und kann bei good!movies (vor)bestellt werden!

Rückblick: Der deutsche Film im Jahr 2012

Was tat sich im deutschen Film 2012? Die „üblichen Verdächtigen“ wie Christian Petzold, Andreas Dresen, Marcus H. Rosenmüller oder Tom Tykwer erhielten für »Barbara«, »Halt auf freier Strecke«, »Wers glaubt wird selig und »Cloud Atlas« mehr oder weniger die erwartbaren Reaktionen.
Vor allem gegen Ende des Jahres häuften sich jedoch ungewöhnliche deutsche Produktionen: »Die Libelle und das Nashorn« bezaubert durch den Charme von Mario Adorf und die witzig-neurotische Sprunghaftigkeit von Fritzi Haberlandt. Regisseurin Lola Randl erfand für die beiden eine ungewöhnliche Nachtreise mit bezaubernden Dialogen.
»Fraktus«, mitgeschrieben und verkörpert von den Studio-Braun-Protagonisten ist eine grandiose Mockumentary aus der Welt der Elektro- und Technomusik, die mit einer gewitzten Strategie daherkommt: Alles ist echt. Die Musik, die Platten und ihre Cover entwickelten ein Eigenleben – »Fraktus« ist auf Tour und wird im Radio gespielt.
Das schwarz-weiße Langfilmdebüt »Oh Boy« von Jan Ole Gerster begeistert durch lakonische Dialoge. Der fantastische Tom Schilling verbringt als Niko einen Tag in Berlin, wie wir es vorher nicht schon tausend Mal gesehen haben.
Ein Roadmovie mit Berlinbezug ist »Puppe, Icke und der Dicke« von Felix Stienz: Eine eher unfreiwillig zusammengewürfelte Reisegruppe ist auf dem Weg von Paris nach Berlin, findet auf höchst unterhaltsame Weise Sympathien füreinander und wird unterstützt von einem der schönsten Soundtracks des Jahres.
Der mit Abstand ungewöhnlichste deutsche Film des vergangenen Jahres ist »Dicke Mädchen« (Foto). Kaum Geld, aber eine Oma und zwei tolle – dicke! – Schauspieler, die als Dreierteam perfekt harmonieren und improvisieren – das ist das Geheimnis von Regisseur Axel Ranisch, der dafür die Kurzfilm-Lola erhält – weil der Film in deutlich weniger als 90 Minuten eine zarte, wilde, lustige und gleichzeitig melancholische Geschichte zaubert, einfach so. Weil er es kann.

[erschienen im Kinokalender 1/2013]

Die meisten dieser Filme kommen immer mal irgendwo im Kino oder sind bereits auf DVD erschienen, z.B. Dicke Mädchen bei Amazon.
Update Juli 2013: Puppe, Icke und der Dicke gibt’s jetzt auch zu kaufen!